Römischer Ziegelofen zieht um.

Nach wochenlangen Vorbereitungsarbeiten war es endlich soweit: der zwischen Mamer und Capellen freigelegte Ziegelofen einer größeren gallorömischen Ziegelfabrik konnte am 4. April 2003 seine knapp 3 Kilometer lange Reise ins Dorfzentrum nach Capellen antreten.
Da es nicht möglich war dieses bedeutende archäologische Denkmal an seinem Fundort im Gewerbegebiet in Capellen zu bewahren, beschloss das „Service des Sites et Monuments" in derZusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Gemeinde Mamer und unserem Verein den Ofen abzutransportieren und an anderer Stelle für zukünftige Generationen als Kulturdenkmal längst vergangener Zeiten zu erhalten.

Spektakulärer Umzug
Diese Idee verlangte allerdings umfangreiche Vorbereitungsarbeiten und sorgfältige Planung. Hierzu beauftragte der„Service des Sites et Monuments" die Firma Daedalus Engineering aus Heffingen.
28 Rohre von einem Durchmesser von 25 Zentimetern wurden unter dem Ofen hindurchgepresst und mit Betoneisen und Flüssigbeton verfüllt. Anschließend wurden die Ofenfundamente mit einem Transportkorb aus Beton eingefasst.

700 Tonnenkran
Nach dem armdicke Stahlseile am Ofenkorb befestigt waren, trat der eigens aus Trier angeforderte 700 Tonnen Kran in Aktion. Nahezu ohne Anstrengung hob sich der 94 Tonnen schwere „Betonblock" Zentimeter um Zentimeter aus seinem Bett und wurde unter Beifall der zahlreichen Zuschauer auf einem aus Düsseldorf angeforderten Tieflader verladen.


 

 

Umzug in Begleitung von Polizeibeamten
Am Samstagmorgen erfolgte der Transport ins Dorfzentrum von Capellen. In Begleitung von 2 Polizeiwagen konnte der Umzug pünktlich um sieben Uhr früh problemlos vollzogen werden. Während des zweistündigen Aufbaus des Krans fanden sich mehr und mehr Neugierige am Ort des Geschehen in der route d'Arlon gegenüber der Pfarrkirche ein, unter ihnen Bürgermeister Gilles Roth aus Mamer. Um halb elf war es schließlich soweit: der Ofen wurde ohne größere Probleme und unter tobendem Applaus in sein definitives Bett abgesetzt.

Am Ende waren alle erleichtert dass der Umzug ohne nennenswerte Probleme erfolgen konnte.

 

Danke an alle Beteiligten!
Im Namen unseres Vereins möchten wir jedem danken, der zu diesem Erfolg beigetragen hat.
Besonderer Dank geht an den Kulturminister, Frau Erna Hennicot-Schoepges, an den Direktor des „Service des Sites et Monuments", Herrn Georges Calteux und an Herrn John Voncken, an den Projektleiter der Firma Daedalus, Herrn Colbach, an den Verantwortlichen der „ATS Cranes s.a., Herrn Cary Arendt und an die Gemeinde Mamer.